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Am 27.04.2010 fand im Stuttgarter Rathaus der 2. soziale Marktplatz statt. Wir wurden von den Organisatoren eingeladen, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Das Motto war: "Gutes tun und gemeinsam gewinnen".
Die Idee des sozialen Marktplatzes kam 2005 aus Holland. Unterstützt wurde sie damals sowie heute von der Bertelsmannstiftung. In Stuttgart war es der zweite soziale Marktplatz, der erste war 2007. Es waren rund 40 Teilnehmer aus dem "non profit" Bereich und 40 Teilnehmer aus dem "profit" Bereich dabei. Ziel war es, untereinander Geschäfte zu machen. Das heißt, es wurden Absprachen getroffen, wie man einander etwas "Gutes" tun kann. Die einzige Bedingung war, es durfte kein Bargeld fließen. So kam es zu Angebot und Nachfrage und es herrschte ein reger Handel im großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses.
Wir vom Arbeitskreis Stuttgart haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir uns erstens gut repräsentieren und zweitens was wir bieten können. Die Idee uns als Häftlinge zu verkleiden war schnell geboren, nur die Frage, wo bekommen wir, außerhalb des Faschings, passende Kostüme her? Aber es gibt findige Mitarbeiterinnen bei uns und das zweite Problem, was bieten wir an, bereitete uns viel größeres Kopfzerbrechen. Das Motto hieß dann "Hinter Schloss und Riegel" und wir haben Bauchläden gebastelt, die mit Müsliriegel und Flyern des Schwarzen Kreuzes bestückt wurden. Jeder Müsliriegel wurde auf der einen Seite mit dem Logo des Schwarzen Kreuzes und auf der anderen Seite mit Aussagen von Inhaftierten beklebt und zusammen unseren Flyern verteilt. Sie fanden reißenden Absatz!
Auf die Schlösser, die wir am Bauchladen befestigen wollten, haben wir wegen des Gewichtes letztendlich verzichtet. Aber wir haben gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Einmal waren wir kurz vor einem Abschluss. Wir hätten von der Volksbank Unterstützung bei Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bekommen und wir hätten den Auszubildenden der Volksbank einen Nachmittag gestaltet, über soziale Kompetenz gesprochen und unsere Arbeit vorgestellt.
Diesen "Fisch" hat uns leider eine hiesige Volksschule weggeschnappt, die den Auszubildenden eine Woche Hospitation in einer Schule angeboten haben und konnten wir nicht mithalten. Trotzdem war es eine tolle Sache an dieser Veranstaltung teilgenommen zu haben und wir hoffen auf viel Wiedererkennungswert bei anderen Events. In zwei Jahren soll es wieder einen sozialen Marktplatz geben und wir werden dabei sein.
Ute Wünsch
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